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Mattstellen vermeiden

12.08.2013

Klaus Willekens, Folienexperte bei 3M

Von Klaus Willekens

Mattstellen auf glänzenden Farbfolien oder Schutzlaminaten sind ärgerlich, da sie viel Zeit für Nacharbeiten erfordern. Sie lassen sich aber in vielen Fällen vermeiden.

Folien sollen weich und elastisch sein

Selbstklebenden Folien für die Werbetechnik sollen weich und elastisch sein - damit sie sich unebenen Untergründen anpassen können und mechanisch belastbar sind. Wären die Folien hart, dann würden sie bei der Verarbeitung schnell einreißen oder brechen - wie getrocknete Wandfarbe.

Mattstellen durch mechanischen Druck des Schutzpapiers

Diese Elastizität und Weichheit bestimmt die Eigenschaften des gesamten Folienfilms - von der Klebstoffseite bis zur Sichtseite. Somit ist auch die Oberfläche einer Folie weich und elastisch. Wird nun mit härteten Gegenständen mechanischer Druck auf die Oberfläche ausgeübt, so kann sich dessen Struktur bei weichen Oberflächen “eindrücken”: ein Abdruck entsteht. Wir kennen diesen Effekt auch von unserer Haut: kneifen Sie sich nur 5 Sekunden kräftig in den Handrücken, dann entstehen Abdrücke Ihrer Fingernägel. Das funktioniert auch mit beliebigen Texturen, z.B. den “Löchern” eines Golfballs. Gleiches gilt für Folien: die Mattstellen entstehen meist durch die feine Textur der Schutzpapierrückseite. Aber nur, wenn Druck ausgeübt wird.

Wickelspannung, Handling und Lagerung als Ursachen für Mattstellen

Dieser unerwünschte Druck - und damit unerwünschte Abdrücke in Form von Mattstellen - können mehrere Ursachen haben:

Zeichnung: Entstehung von Mattstellen bei Folienrollen
  1. Verunreinigte Walzen im Fertigungsprozess
  2. Zu hohe Wickelspannung auf der Rolle
  3. Unsachgemäße Folienhandhabung
  4. Unsachgemäße Lagerung

Während der Fertigung achten wir genauestens darauf, dass alle Walzen peinlichst sauber gehalten werden. Spätestens bei der finalen Sichtkontrolle vor dem Verpacken (beim Schneiden auf Verkaufsrollenlänge) würden Druckstellen durch Abdrücke von verunreinigten Walzen auffallen - und die Folie damit nicht in den Verkauf gelangen.

Die Wickelspannung halten wir stets so gering wie möglich, zugleich aber gerade so hoch wie nötig, um ein Teleskopieren des Materials beim Tragen von Rollen zu vermeiden. Nicht ganz ausschließen lassen sich bei besonders weichen Folien und/oder Klebstoffen (z.B. bei den Serien 1080 oder 3690) Abdrücke durch die Folienkante bzw. Klebstelle auf den ersten 2-3 Wicklungen am Kern.

Die häufigsten Ursachen für ungewünschte Mattstellen sind aber tatsächlich auf unbedachte Handhabung oder Lagerung zurückzuführen:

  1. Beschädigungen beim Transport durch umfallende Rollen
  2. “Über-die-Schulter-Werfen” der Rolle zum Tragen
  3. Unsanftes Ablegen von Rollen auf Verarbeitungstischen
  4. Liegende Lagerung von Rollen (ohne Rollenkernstützen)
  5. Temporäres Ablegen von Folienstücken bei der Verarbeitung und Beschweren dieser zum Sichern gegen Wegrutschen / Wegwehen durch Wind

Achten Sie immer darauf, Folienoberflächen nicht unbedacht Druck auszusetzen!

Die gute Nachricht: Abdrücke bilden sich wieder zurück

Ihre Erfahrungen mit Ihrer eigenen Haut werden bestätigen: die Abdrücke von Fingernägeln oder Golfbällen bilden sich nach einigen Minuten allein zurück. Gleiches gilt für Abdrücke auf Folienoberflächen. Hier dauert es - je nach Folientemperatur - deutlich länger. Nachhelfen können Sie immer mit Warmluft, meist lässt sich die Rückbildung auf wenige Sekunden verkürzen.

Noch besser aber: Lassen Sie erst gar keine Mattstellen entstehen, indem Sie unsere 3 Praxis-Tipps beachten:

  1. Niemals Druck auf Folien ausüben - egal ob auf der Rolle oder flach liegend
  2. Folien am besten immer frei auf dem Rollenkern hängend (horizontal) lagern; ggf. die Rollenkern-Stützen des Kartons verwenden
  3. Alternativ: Folienrollen stehend lagern - dabei darauf achten, die Kanten beim Abstellen und Anheben nicht zu beschädigen und gegen Umfallen sichern

Download: Merkblatt zum Thema Druckstellen auf Folien

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